Der App Inventor erlaubt es, auch anspruchsvollere Apps für Android-Geräte einfach aus fertigen Modulen zu "basteln". Programmierkenntnisse sind dafür nicht nötig, aber hilfreich.
In den Google Labs finden sich immer wieder interessante Tools und Dienste, die noch nicht reif für den Massenmarkt sind – und es vielleicht auch nie sein werden. Eine der neuesten und interessantesten Technologien, die Google dort präsentiert, ist der App Inventor for Android. Mit der web-basierenden Software die komplett im Browser läuft lässt sich fast jede denkbare Android-Anwendung erstellen – von einfachen Spielen bis hin zu anspruchsvolleren Anwendungen.
<b>APPS FÜR ALLE!</b>
Das Tool soll nicht Entwickler ansprechen, sondern interessierte Nutzer. Deswegen werden auch keinerlei Programmierkenntnisse vorausgesetzt. Die einzelnen Befehle, Schleifen und Abfragen werden als "Blöcke" mittels eines "Werkzeugkastens" einfach zusammengeklickt. Natürlich schadet es nicht, wenn man etwas Erfahrung im (objektorientierten) Programmieren mitbringt. Für beinahe jede Funktion eines Android-Handys (etwa GPS, Kamera, Abfrage des Neigungssensors, etc.) sind bereits fertige Blöcke vorhanden, die einfach mittels Drag&Drop platziert und kombiniert werden können.
Derzeit befindet sich der App Inventor noch im Beta-Stadium. Das bedeutet, dass er noch nicht für die Öffentlichkeit freigegeben ist. Man kann sich nur "anmelden" und auf eine Freischaltung durch Google hoffen – was im Falle der auf normalem Wege durch Computerwelt.at erfolgten Anmeldung einige Wochen gedauert hat. Außerdem werden nicht alle Android-Geräte unterstützt. Für das zum testen des Dienstes benutzte HTC Legend beispielsweise war es nötig, die offiziell von Google bereit gestellten Gerätetreiber etwas zu modifizieren. Für gängige Geräte stellt das jedoch keine große Herausforderung dar und ist nur mit einer kleinen Internet-Recherche sowie mit dem Eingriff in eine .INF-Datei verbunden.
<b>VOM BROWSER AUFS HANDY</b>
Während man programmiert muss das Smartphone via USB mit dem Computer verbunden und im USB-Debug-Modus sein, der sich bei den meisten Android-Geräten im "Anwendungen"-Menü bei dem Unterpunkt "Entwicklung" aktiviert werden kann. Alle Änderungen am Programmcode werden dann sofort auch am Display des Smartphones dargestellt, man sieht also quasi "in Echtzeit" wie die eigene App entsteht. Ist die Applikation fertig, kann man sie entweder direkt und ohne Umwege aus der Weboberfläche am Handy installieren, sie auf den PC herunterladen oder mittels einem Barcode via Handy herunterladen. So lässt sie sich auch mit anderen teilen, ohne sie in den Android Market hochladen zu müssen.
Mit dem App Inventor for Android hat Google eine nette Entwicklungsumgebung für Android-Geräte präsentiert, die vor allem bei interessierten Usern gut ankommen könnte. So einfach ließ sich möglicherweise noch nie ein Smartphone-Programm für den Hausgebrauch "zusammenschustern". Außerdem bietet sie sich auch dafür an, Jugendlichen Lust auf das Entwerfen eigener Anwendungen zu machen – sofern in der Klasse genügend Android-Geräte verfügbar sind. (rnf)